22.12.08 09:11

Hilfe, die in der Region bleibt

Tue Gutes und sprich darüber“ lautet das Motto, unter dem sich die Kappelner Hilfsorgansiation „Spendwert“ seit Februar dieses Jahres für bedürftige Menschen einsetzt. Mit unserem Redaktionsmitglied Sonja Kröger sprach Initiatorin Corinna Graunke (55) aus Gulde im Weihnachts-Interview über erste Erfolge, die Spendenbereitschaft der Bevölkerung in der Vorweihnachtszeit und ihre Zukunftswünsche für das kommende Jahr.

„Tue Gutes und sprich darüber“ lautet das Motto, unter dem sich die Organisation „Spendwert“ seit Februar dieses Jahres für Bedürftige einsetzt. Mit unserem Redaktionsmitglied Sonja Kröger sprach Initiatorin Corinna Graunke (55) über erste Erfolge und ihre Zukunftswünsche für 2009.

Frau Graunke, Sie gelten als Initiatorin von „Spendwert“ – wie sind Sie auf die Idee gekommen, diese Organisation zu gründen?

Die Idee dazu kam mir, als ich im letzten Jahr den Spendenaufruf für das Weihnachtshilfswerk in der Zeitung gelesen habe. Ich halte das für eine sehr gute Sache und spende bereits seit langem dafür. In diesem Zusammenhang habe ich mir jedoch die Frage gestellt, warum nur zu Weihnachten gespendet werden sollte. Schnelle und unbürokratische Hilfe ist schließlich das ganze Jahr über nötig. Das Konzept für „Spendwert“ habe ich von der amerikanischen Spendenidee übernommen. In Amerika gilt der Grundsatz „Tue Gutes und rede darüber“. Meine Idee war, eine Internetplattform zu schaffen, auf der alle spendenden Unternehmen und Bürger gesammelt werden. Jeder von ihnen erhält dort die Möglichkeit, sich in einem Kurzportrait vorzustellen. Mit diesem Konzept bin ich dann an Bürgermeister Roman Feodoria herangetreten, der sich begeistert zeigte und sofort bereit war, die Schirmherrschaft zu übernehmen.

„Spendwert“ richtet seinen Fokus nicht nur auf Privatpersonen, sondern auch gezielt auf Unternehmen – welches Ansinnen verbirgt sich dahinter?

Besonders für die Unternehmen ist es wichtig, sich öffentlich darzustellen. Die positive Wirkung ist in diesem Fall nicht zu unterschätzen. Wenn ich die Wahl zwischen zwei guten Firmen habe, entscheide ich mich doch für die, die sich für soziale Zwecke engagiert.

Was für ein Resumee ziehen Sie, wenn Sie das Jahr Revue passieren lassen?

Es geht rasant aufwärts. Natürlich gibt es immer noch mehr Anträge, als Spendengelder zur Verfügung stehen, aber dennoch beurteile ich das vergangene Jahr sehr positiv. Insgesamt sind rund 10 000 Euro an Spendengeldern zusammengekommen. Ich sehe das als Anfang. Wenn es auch in Zukunft so gut weitergeht, freue ich mich aufs nächste Jahr.

Welches sind die bedeutendsten Spendenprojekte, die Sie im Jahr 2008 verwirklichen konnten?

Da gab es viele. Im August haben wir 2200 Euro zur Verfügung gestellt, um den Erstklässlern der Gorch-Fock-Schule, der Dänischen Schule und der Hüholz-Schule einen guten Start in den Schulalltag zu ermöglichen. Mit dem Geld wurde bedürftigen Kindern anteilig die schulische Erstausstattung finanziert. Zudem gab es viele Härtefälle, in denen wir schnell und unbürokratisch helfen konnten.

Spüren Sie, dass die Spendenbereitschaft während der Festtage zunimmt?

Auf jeden Fall. Besonders während der Weihnachtszeit schauen die Firmen nach, ob noch Geld im Topf ist, das gespendet werden könnte.

Gibt es während der Weihnachtszeit besondere Projekte, die von „Spendwert“ unterstützt werden?

Gerade zur Weihnachtszeit gibt es viele Härtefälle. Wenn Menschen nicht genügend Geld haben, ihre Stromrechnung zu bezahlen und Weihnachten im Dunkeln sitzen würden, leisten wir Hilfe. Zudem gibt es Familien, die nicht einmal genügend Geld haben, sich an den Festtagen einen Braten zu kaufen. Auch hier springen wir ein.

Zum Jahresende wird von allen Seiten regelmäßig zum Spenden aufgerufen – können Sie einen Grund nennen, warum die Bürger in der Schleiregion sich für „Spendwert“ entscheiden sollten?

Weil das Geld wirklich direkt vor Ort verwendet wird. Jeder kann konkret sehen, wohin seine Spende fließt. Das ist natürlich ein Vorteil.

Welche Ziele möchten Sie mit „Spendwert“ im kommenden Jahr verwirklichen?

Für das nächste Jahr ist in Planung, dass die Dänische Schule und die Gorch-Fock-Schule den jährlichen Spendenlauf zugunsten von Spendwert absolvieren. Die Schüler wollen für die erhaltene Hilfe etwas zurückgeben. Das sehe ich als sehr schöne Geste. Zudem ist die Bücherei mit dem Hinweis an uns herangetreten, dass viele ältere Menschen in Kappeln nicht genügend Geld haben, um die Jahresgebühr zu bezahlen. Hier möchten wir Wege finden, zu helfen. Denn wenn Senioren keine Möglichkeit haben, sich ein Buch oder Hörbuch auszuleihen, nimmt die Vereinsamung ja noch mehr zu. Auch die schulischen Themen werden uns weiter beschäftigen. In diesem Jahr waren es bedürftige Erstklässler, die finanziell unterstützt wurden, um sich einen Ranzen oder einen Tuschkasten leisten zu können. Im nächsten Jahr sind es dann vielleicht die Zweit- oder Drittklässler, die kein Geld für Turnschuhe haben. Das ist wirklich ein weites Feld. Aber ich bin für die Zukunft sehr guter Dinge. Der Bekanntheitsgrad von „Spendwert“ nimmt eindeutig zu, da entwickelt sich in der letzten Zeit wirklich eine richtige Eigendynamik.





Malerei Ingo Prahl spendet 60€

Malerei Ingo Prahl aus Kappeln spendet zu Gunsten des Profundus Charity Abends 60€.



Ellenberger Schüler laufen für mehr soziales Engagement

Am 26.06.2009 veranstaltet die Gorch-Fock-Schule einen Benefizlauf zugunsten des Kappelner Spendenportals „SPENDWERT“. Der Startschuss fällt am 26.06.2009, um 8.00 Uhr, im Ellenberger Wald.



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