15.07.08 09:16

Spendwert – das neue Kappelner Spendenportal

Sieben Vertreter aus Wirtschaft, Schule, Kirche und Medizin versammelte Bürgermeister Roman Feodoria letzte Woche im Magistratszimmer des Rathauses. Bei diesem Treffen stand ausnahmsweise einmal nicht die Kappelner Politik, sondern die öffentliche Vorstellung des neuen Spendenportals „Spendwert“ im Mittelpunkt. Diese sieben Vertreter, die Feodorias Ansicht nach eine „Moderatorenstellung“ in Kappeln einnehmen, sollen „den Anschub geben, den das neue Projekt braucht.

Pastor Christoph Sassenhagen und Cremilk-Geschäftsführer Jens Ramsl gehören dazu, ebenso wie Pfarrer Manfred Gehrmann, Schulleiter Sven Mohr, Dr. Michael von Hobe und die Unternehmer Corinna Graunke und Reinhold Bartelsen. Einstimmig beschlossen die Anwesenden, sich für das Projekt „Spendwert“ einzusetzen.

Vor einigen Monaten, kurz nachdem der  Skandal um Unicef öffentlich wurde, hatte Corinna Graunke, die Geschäftsführerin von Profundus die Idee, eine transparente Spendenorganisation zu gründen, die von bekannten Persönlichkeiten der Stadt getragen wird. Angesichts leerer öffentlicher Kassen, so Graunke, wird der Appell an Unternehmen zu spenden immer stärker, weil sich die öffentliche Hand zurückziehen muss.

Mit ihrer Idee rannte Graunke bei Feodoria und seiner Mitarbeiterin Helga Lorenzen offene Türen ein. Bei der öffentlichen Vorstellung von Spendwert stellte Feodoria fest, dass „wir als Kommune nicht hinnehmen können, dass inzwischen jedes vierte Kind als arm gilt“.

Auch Helga Lorenzen kennt durch ihren Arbeitsalltag unzählige Beispiele von Kindern und Erwachsenen, die durch das soziale Netz fallen, denen aber mit wenig Geld bereits geholfen werden kann. Lorenzen berichtet anschaulich von den Anrufen bedürftiger Menschen, die - obwohl bei der Stadtverwaltung kein Sozialamt mehr angesiedelt ist - nach wie vor bei ihr eingehen. Anrufe wie die einer älteren Dame, die die Leihgebühr für ihren Rollstuhl nicht bezahlen kann oder Anrufe von Eltern, die das Geld für die Klassenfahrt ihres Kindes nicht aufbringen können. Bisher konnte Lorenzen diesen Menschen durch einen Sozialfonds helfen, der vor fünf Jahren gegründet wurde. Der Topf, ursprünglich gefüllt mit 4 000 Euro, neigt sich nun aber dem Ende zu, lediglich 700 Euro sind noch übrig.

Um schnell und unbürokratisch helfen zu können, sollen die Spendwert-Spenden Lorenzen zum Helfen zur Verfügung stehen. Das siebenköpfige Team wird als so genannter Spendenbeirat fungieren, der zum einen das Projekt „Spendwert“ bekannt machen und zum anderen regelmäßig über die größeren Projekte beraten soll, die Spendwert unterstützen könnte. Der Spendenbeirat kann aber gleichzeitig auch selbst Vorschläge zur Verwendung der eingegangenen Spenden unterbreiten.

Feodoria stellte überdies die Idee eines Netzwerkes vor, welches sich über den Beirat in die Wirtschaft hinein bildet und über das Schulabgängern geholfen werden kann, die noch nach einem Ausbildungsplatz suchen. Feodoria und Graunke wollen dabei unter anderem auch das Image von Unternehmen verbessern. „Keinesfalls sind alle Unternehmen Ausbeuter. Aber sie müssen angesprochen werden und das wollen wir tun.“ Gerade zurzeit rückt das Thema der sozialen Verantwortung von Unternehmen immer mehr in den Mittelpunkt von Diskussionen.

Alle Spender werden auf der Internetseite www.spendwert.de genannt und mit ihrer eigenen Webseite verlinkt, so dass dem Motto der Initiative „Tue Gutes und sprich drüber“ auch Genüge getan wird.

Der Kontostand von Spendwert beweist diese Ansicht. Von der Port Olpenitz GmbH wurde „Spendwert“ mit einer großzügigen Spende in Höhe von 5000 Euro bedacht. Auch auf dem diesjährigen Profundus Sommerfest in Gulde wurde für „Spendwert“ gesammelt. Stolze 1145 Euro kamen zusammen. Zu den Spendern der ersten Stunde gehören ebenso Peters Wärmetechnik aus Mohrkirch, die Dachdeckerei Weidmann und Steffensen aus Süderbrarup, das Bauunternehmen Lorenzen aus Süderbrarup, Getränke Siemen aus Kappeln sowie Rechtsanwalt Gerfried Reinitzhuber und Bezirksschornsteinfeger Thorsten Schäckermann aus Kappeln.

Somit stehen Spendwert und dem Beirat bereits 7 500 Euro zur Verfügung, um soziale Projekte und sozial schwächer Gestellte zu unterstützen.





Getränke Behn spendet 50 Euro

50€ Spende von Getränke Behn aus Eckernförde



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